Lösungsorientierte Kurzzeittherapie (SFBT = solution focused brief therapy)

mit Kindern und Jugendlichen unter Einbezug der Eltern/ Bezugspersonen nach Insoo Kim Berg und Kollegen


Die Methode


Die SFBT pflegt die Kultur der Offenheit und hat zum Ziel, in den Klienten ihre eigenen Wege zur Heilung zu wecken. Die SFBT geht davon aus, dass Probleme und Lösungen gesellschaftlich konstruiert sind und ausgehandelt werden. Deshalb ist das Problem kein festes Gebilde, sondern ein veränderbarer Posten, der vom sozialen Kontext abhängt. Somit hat jedes Verhalten, egal ob positiv oder negativ einen „guten Grund“. Diese Gründe erschließen sich nicht auf den ersten Blick, sondern bedürfen der Offenheit, Wertschätzung und der grundlegenden Haltung der positiven Erwartung an die vorhandenen Kompetenzen, die immer irgendwo verborgen sind.

In der gemeinsamen Arbeit werden verdeckte Ressourcen aufgedeckt und für lösungsorientiertes Vorgehen erschlossen. Deshalb verhalten sich manche Kinder nur in der Schule problematisch, aber nicht zu Hause und umgekehrt. Manche haben mit Gleichaltrigen Probleme, aber nicht mit jüngeren oder älteren usw.

Auf Basis des Prinzips des „Guten Grundes“ werden Problemlösungen in bestimmten Kontexten erarbeitet, genau wie problematische Verhaltensweisen auf diese Art analysiert und durch die eignen Ressourcen und Kompetenzen positiv verändert werden. Dabei kommen verschiedene therapeutische Ansätze (z.B. Schematherapie, Ego-State Therapie, hypnotherapeutische Interventionen, EMDR/EMI…) ebenfalls zum Einsatz.


Die Rolle der Eltern/Bezugspersonen:


Die Eltern/Bezugspersonen spielen in der Behandlung eine sehr wichtige Rolle, selbst bei schlechten Eltern-Kind-Beziehungen, die in der Zukunft wiederhergestellt oder aufgelöst werden sollen.

Es muss immer die Möglichkeit bestehen, dass Eltern und Kinder wieder zusammenfinden können. Deshalb werden die Eltern gebeten, eine klare Vorstellung von der Situation zu entwerfen, in der sie ihre Kinder positiv beeinflussen können.

Außerdem sollen sie möglichst detailliert darlegen, welche Art von Beziehung sie zu ihnen wünschen und welche gangbaren Wege sie sehen, auf denen sie diese Ziele erreichen können. Dazu ist es erforderlich, dass die Eltern aktiv mitarbeiten, in Interaktion treten und das Notwendige tun, um ihre Ziele zu erreichen.

Denn wenn die Eltern sich mit verändern, hat das Kind es leichter sich der Veränderung der anderen anzupassen. Je deprimierender die Erfahrungen sind, desto schwerer ist es, die Eltern miteinzubeziehen, gleiches gilt für positive Bestätigung und Unterstützung der Eltern. Je hilfloser, desto mehr Unterstützung ist erforderlich.


Ziele der SFBT:


Die Ziele sind den Fähigkeiten, Stärken und Fertigkeiten Aufmerksamkeit zu schenken, die für die Zielerreichung wichtig sind. Es geht also nicht darum Defizite zu kompensieren, oder sich auszuleben, sondern mit wertschätzender Grundhaltung unter Einbezug der Eltern, dem Kind eine gute Ausbildung und Erfolgschancen für die Zukunft zu geben, wobei die Beziehung untereinander nicht leiden soll, sondern positiv gefördert wird.

Die SFBT ist besonders für Familiensysteme geeignet, da mit den Kindern und Eltern gleichermaßen symptom- und lösungsorientiert gearbeitet wird. Sie ist besonders hilfreich bei Menschen mit Ehe-und Familienproblemen, chronisch psychisch Kranken, Menschen in Krisen und bei traumatisierten Menschen.